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18/01/2021
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Bewusstseinskontrolle

Tödliche Experimente der US-Regierung an ihren Bürgern und Begegnung mit Maryam Ruhullah, einem Opfer von MK-ULTRA


AUTOR:  Stephen LENDMAN

Übersetzt von  Einar Schlereth


MK-ULTRA war der Kodename für ein geheimes CIA-Programm zur Bewußtseinskontrolle, das 1953 unter Direktor Allen Dulles begonnen wurde. Das Ziel war vielfältig und umfaßte auch diie Verbesserung einer Wahrheitsdroge für Verhöre von vermuteten Sowjetspionen während des Kalten Krieges. Es trat die Nachfolge von früheren WW II-Forschungen mit Hypnose und primitiven Drogen und dem Projekt Chatter der US-Marine, das folgendermaßen von deren Büro für Medizin  und Chirurgie in einer Anwort auf eine Aufforderung vermittels des Freedom of Information Act (FOIA, Gesetz zum Akteneinsichtsrecht) erklärt wurde:

Es begann ”im Herbst 1947 und konzentrierte sich auf die Identifizierung und das Testen von Drogen (LSD und anderen) für Verhöre und die Rekrutierung von Agenten. Die Forschung umfaßte Laborexperimente an sowohl tierischen als auch menschlichen Subjekten. Das Programm endete kurz nach dem Koreanischen Krieg 1953”.

Das Programm stand  unter der Leitung von Dr. Charles Savage vom Naval Medical Research Institute (Medizinisches Forschungsinstitut der Marine) in Bethesda, Maryland zwischen 1947 und 1953, woraufhin es vom  Office of Scientific Intelligence (Büro für wissenschaftliche Spionage) der CIA unter dem Namen Project Bluebird fortgeführt wurde, dem ersten Programm zur Bewußtseinskontrolle. Zweck war:

1. zu erfahren, wie Staatsbürger konditioniert werden konnten, um keine Informationen peiszugeben, die mit bekannten Mitteln erzwungen wurden;
2. Verhörmethoden zu entwickeln, um Kontrolle zu gewinnen;
3. Gedächtnisverbesserungsmethoden zu entwickeln; und
4. Wege zu finden, die Kontrolle der Agenten durch den Feind zu verhüten.

1951 erhielt das Projekt den Namen Artischocke und 1953 unter dem stellvertretenden CIA-Direktor Richard Helms den Namen MK-ULTRA. Es zielte auf die Kontrolle menschlichen Verhaltens durch psychodelische und halluzinogene Drogen, Elektroschocks, Strahlung, Graphologie, paramilitärische Techniken und psychologisch-soziologisch-anthropologische und andere Methoden – ein weites, offenes Feld für Bewußtseinsexperimente, wobei man alles ausprobierte, was funktionieren könnte, legal oder sonstwie an willigen oder ahnungslosen Staatsbürgern.

Zu verschiedenen Zeiten liefen 149 Unter-Projekte an 80 US- und kanadischen Universitäten, medizinischen Zentren und in drei Gefängnissen, an denen 185 Forscher, 15 Stiftungen und zahllose Arzneimittelhersteller beteiligt waren. Alles war supergeheim, und die meisten Aufzeichnungen wurden später vernichtet, aber FOIA-Klagen haben tausende Seiten mit dokumentierten Fällen von entsetzlichen Experimenten und ihren Auswirkungen auf menschliche Opfer sichergestellt.

Die meisten waren ahnungslose Versuchskaninchen und jene, die einverstanden waren, wurden falsch über die Gefahren informiert. James Stanley war Berufssoldat, als ihm 1958 LSD zusammen mit 1000 anderen militärischen ”Freiwilligen” verabreicht wurde. Sie erlitten Halluzinationen, Erinnerungsverluste, Inkohärenz und ernste Persönlichkeitsveränderungen. Stanley zeigte unkontrollierte Gewalttätigkeit. Sie zerstörte seine Familie, behinderte seine Arbeitsfähigkeit, und er hatte nicht die geringste Ahnung weshalb, bis ihn die Armee bat, an einer Folge-Studie teilzunehmen.

Er klagte auf Schadensersatz entsprechend entsprechend dem Federal Tort Claims Act (FTCA = Bundesgesetz für Schadenersatz), und sein Fall ging bis zum Höchsten Gericht der Vereinigten Staaten. Das Gericht beschloß und verkündete 1987 ablehnend auf seine Forderungen (5 : 4), indem es behauptete, daß seine Schäden im Militärdienst entstanden seien. Die Richter Thurgood Marshall, William Brennan und Sandra Day O'Conner hatten abweichende Meinungen und sagten, daß die Nünrberger Gesetze gleichermaßen für Soldaten wie Zivilisten gültig seien. 1996 erhielt Stanley 400 000 $ Schadenersatz, aber keine Entschuldigung seitens der Regierung.

Das vielleicht am meisten beschriebene Opfer  war Frank Olson, ein Biochemiker von der Special Operations Division (Abteilung für Spezialoperationen) des Armee Chemiekorps in Fort Detrick, Maryland. Am 18. November 1953 wurde ihm LSD verabreicht. Er war unmittelbar sehr erregt und ernsthaft paranoid. Neun Tage später beging er Berichten zufolge Selbstmord, indem er aus dem 13. Stock eines New Yorker Hotels durch das geschlossene Fenster in den Tod sprang. Seine Familie hat nicht gewußt, daß er unter Drogen stand bevor MK-ULTRA 1975 öffentlich bekannt wurde.

Präsident Gerald Ford entschuldigte sich und schlug einen 750 000 $ Vergleich vor, aber Olsons Sohn entdeckte Dokumente, die andeuteten, daß sein Vater ermordet wurde. !994 ließ er die Leiche exhumieren und forensisch untersuchen und das Ergebnis war Mord, der auf einer zuvor nicht entdeckten Schädelfraktur, vermutlich durch einen Schlag auf den Kopf, und anderen Ungereimtheiten basierte.

Stanley Glickman war eine andere MK-Ultra-Tragödie – ein ahnungsloses Opfer von halluzigenen Drogen und Elektroschockbehandlung. Er wurde traumatisiert, konnte nicht arbeiten, kaum essen, erlitt einen psychologischen Zusammenbruch und hat sich nie mehr richtig erholt. Als er von den LSD-Experimenten der CIA erfuhr, klagte er 1953. Der Prozeß zog sich über 16 Jahre hin. Er starb, aber seine Schwester Gloria Kronisch betrieb den Fall weiter.

Ein strittiger Mann war Stanley Gottlieb, Chef von MK-Ultra. Er wurde am Technical Service Staff (TSS) angestellt,  um Gifte zu entwickeln zur Ermordung politischer Gegner, ein Wahrheitsserum für Verhöre von Spionen und Bewußteseinskontrolltechniken, um Robot-Mörder zu erzeugen oder unbewußte Doppelagenten. Er benutzte Nazi-Wissenschaftler und deren hochmoderne Methoden, die an Opfern in KZs perfektioniert worden waren. Manche waren als Programmierer bekannt, erfahren in der Kunst, das menschliche Bewußtsein aufzulösen und zu kontrollieren.

Joseph Mengele hatte eine ähnliche Tätigkeit; er experimentierte sehr viel mit Kindern und Erwachsenen, wobei er Meskalin, Elektroschocktherapie, Hypnose, sensorische Deprivation, Folter, Vergewaltigung, Hunger und Trauma-Bonding anwandte. Er war mit letzterer Technik so erfolgreich, daß Überlebende eine starke Zuneigung für ihn zum Ausdruck brachten.
Die CIA und das US-Militär kopierten die Nazi-Methodologie in zahlreichen Programmen, einschließlich MK-ULTRA, wobei MK die Abkürzung für das deutsche ”Meinungskontrolle” ist. Laut vorliegenden Dokumenten funktioniert sie am besten, wenn ernsthafte Traumata (wie Vergewaltigung) im Alter von drei Jahren vorkommen. Das führt häufig dazu, daß die Persönlichkeit sich spaltet oder sich abgrenzt (DID genannt oder dissociative identity disorder = dissoziative Identitätsstörung oder DIS), um schmerzliche Erinnerungen zu unterdrücken.

Therapeuten können multiple Persönlichkeitsstörungen (MPD) durch Bewußtseinsmanipulationen hervorrufen, aber Traumata in jungen Jahren macht die Opfer besonders gefährdet. Gottlieb konzentrierte sich auf LSD zur Bewußtseinskontrolle sowie exotische Gifte und Drogen für politische Morde.

Für die Operation Paperclip (Büroklammer) wurden 9000 Nazi-Wissenschaftler und -Techniker angeworben, um die Sowjetunion zu unterminieren.
Gottlieb traf 1952 Glickman in einem Pariser Café, spendierte ihm einen Drink und versetzte ihn mit LSD.  Als Gottlieb schließlich zur Rechenschaft gezogen wurde, wurde er krank. Der Prozeß wurde aufgeschoben, und am Tag vor der Wiederaufnahme starb Glickman unerwartet. Die Nachrufe der New York Times und der Los Angeles Times berichteten, daß seine Familie sich weigere, die Ursache mitzuteilen. Die online WorldNet Daily erklärte, daß der Tod nach einer ”monatelangen Lungenentzündung” eintrat; und nachdem er in die medizinische Abteilung der Universität von Virginia überführt worden war, fiel er in ein Koma, aus dem er nicht mehr aufwachte; ein Fehlverhalten könne nicht festgestellt werden.
In einem Verfahren gegen den Staat starb der Richter an einer Herzattacke während der Arbeit. Die Frage wurde erneut aufgeworfen. War es ein natürlicher Tod oder Mord, insbesondere weil sein Nachfolger voreingenommen gegen den Kläger war, da er deren Klage zwei Jahr zuvor abgewiesen hatte. Vielleicht deshalb, weil die Jury gegen Glickmans Familie gestimmt und ihnen Gerechtigkeit verweigert hatten.

Am 22. Dezember 1974 enthüllte Seymour Hersh MK-ULTRA in einem Artikel der New York Times. Unter der Überschrift ”Riesige CIA-Operation in den USA gerichtet gegen Antikriegskräfte und andere Dissidenten in den Nixon-Jahren” wurden illegale Aktivitäten dokumentiert, einschließlich geheime Experimente an US-Bürgern in den 60-er Jahren und früher. Unter dem Vorsitz von Frank Church nahm ein Kongreß-Kommittee seine Untersuchung über mißbräuchliche Geheimdienstpraktiken auf, das fünf Monate später durch das Pike-Kommittee ersetzt wurde. Die Rockefeller-Kommission unter Vizepräsident Nelson Rockefeller untersuchte ebenfalls die einheimischen Aktivitäten der CIA, FBI und der militärischen Geheimdienste.

Im Sommer 1975 wurde bekannt, daß die CIA und das Verteidigungsministerium illegale Experimente an Staatsbürgern mit und ohne deren Einwilligung im Verlauf eines umfangreichen  Programmes durchgeführt hatten, um menschliches Verhalten durch psychoaktive Drogen (einschließlich LSD und Meskalin) und andere chemische, biologische, psychologische und sonstige Methoden zu beeinflussen.

Ursprünge der CIA-Praktiken der Bewußteinsmanipulation

Der CIA faßte ein Interesse an der Arbeit von Dr. Ewen Cameron an dem Allan Memorial Institute der McGill Universität in Montreal. Mit dem vollen Einverständnis der kanadischen Regierung erhielt Dr. Cameron Gelder, um bizarre Experimente an seinen psychiatrischen Patienten durchzuführen; dazu gehörte, sie wochenlang in Schlaf und Isolation zu halten, woraufhin ihnen große Dosen an Elektroschocks und experimentellen Drogencocktails verabreicht wurden, darunter LSD und PCP Engelsstaub [siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Phencyclidin].

Obwohl es eindeutig unethisch war, glaubte Cameron, daß er, indem er das menschliche Gehirn einer Reihe von Schocks aussetzte, geschädigtes Bewußtsein auslöschen und es mit einer neuen Persönlichkeit wiederaufbauen könne, die von ihrem früheren Zustand befreit wäre. Es war Voodoo -Wissenschaft und sie versagte, aber die CIA gewann einen Reichtum an Wissen, das bis auf den heutigen Tag verwendet wird.

1951 engagierte die CIA McGills Direktor für Psychologie, Dr. Donald Hebb, und andere Leute, um Reizentzugs-Experimente an freiwilligen Studenten vorzunehmen. Sie ergaben, daß intensive Isolation das klare Denken so weit zum Erliegen bringt, daß die Staatsbürger für Suggestion empfänglich werden. Es waren auch hervorragenden Verhörtechniken, die Folter bedeuten, wenn sie unter Zwang geschehen.
Diese frühen Experimente legten die Grundlagen für den zwei-Stufen-Folter-Prozeß der CIA – Reizentzug gefolgt von Überbelastung. Der Historiker Alfred McCoy von der Universität Wisconsin hat dies in seinem Buch ”A Question of Torture: CIA Interrogation, from the Cold War to the War on Terror” (Eine Frage von Folter: CIA-Verhöre, vom Kalten Krieg bis zum Krieg gegen den Terror) dokumentiert. Er nannte diese Methode ”die erste wirkliche Revolution in der grausamen Wissenschaft vom Schmerz in mehr als drei Jahrhunderten”.

Die CIA entwickelte und kodifizierte diese Techniken in Handbüchern und verwendete sie ausgiebig in Südostasien, Mittelamerika, Irak, Afghanistan, Guantanamo und in geheimen Gefängnissen weltweit. McCoy verweist auch auf einen der Küste vorgelagerten Mini-Gulag zur Gewinnung von Informationen während des Kalten Krieges und des Krieges gegen den Terror. Außer Sichtweite ist alles erlaubt, einschließlich physische Härte und psychologisch lähmende Bewußtseinskontrollmethoden, die menschliche Wesen in Brei verwandeln.

MK-ULTRA war eine davon, obwohl Gerald Fords Verfügung von 1976 (EO 11905) ”Strategien festlegte, um die Qualität der Geheimdienstinformationen zu verbessern, die für die nationale Sicherheit nötig sind, und eine effektive Kontrolle festlegte, um die Übereinstimmung mit dem Gesetz bei der Handhabung und Leitung der Geheimdienstagenturen und Abteilungen der Bundesregierung sicherzustellen”.
Die EO verbot ”das Experimentieren mit Drogen an Staatsbürgern ausgenommen mit deren bewußter Einwilligung, schriftlich und von einer unbefangenen Person bezeugt in jedem einzelnen Falle” entsprechend den Richtlinien der Nationalen Kommission. Darauffolgende Direktiven von Carter und Reagan untersagten alle Experimente an Menschen. Nichtsdestoweniger gehen sie weiter in Verletzung der Nürnberger Gesetze, die untersagen:

1. … medizinische Experimente ohne die freiwillige Zustimmung der menschlichen Staatsbürger - ”ohne Zwang, Betrug, Täuschung und unter voller Aufdeckung aller bekannten Risiken”;
2. … Experimente, ”wo es a priori einen Grund gibt zu glauben, daß der Tod oder beeinträchtigende Schäden auftreten können”; und
3. … nur solche sind erlaubt, wo zu erwarten ist, daß ”sie fruchtbare Ergebnisse erzielen zum Wohle der Gesellschaft und unerhältlich mit anderen Methoden oder Studien ...”


Experimente zur Bewußteinskontrolle an Menschen sind also eindeutig illegal und unethisch. Heutzutage sind sie weiter entwickelt denn je zuvor und Behauptungen, daß die MK-ULTRA- Experimente in den 70-ern beendet wurden, sind falsch. Sie gehen weiter unter anderen Namen und mehr denn je zuvor.

AMERIKAS LANGE LISTE AN MENSCHLICHEN EXPERIMENTEN

Frühere Beispiele umfassen:
• 1931 hat Dr. Cornelius Rhoads Staatsbürger mit Krebszellen infiziert unter der Schirmherrschaft des Rockefeller Instituts für medinische Forschung; Rhoads hat später an amerikanischen Soldaten und zivilen Krankenhauspatienten Experimente mit hoher Strahlung durchgeführt;
• 1932 begann die Tuskegee Syphilis Studie an 200 schwarzen Männern; sie wurden über ihre Krankheit nicht aufgeklärt, erhielten keine Behandlung und wurden als menschliche Versuchskaninchen benutzt, um die Krankheitssymptome und  deren Verlauf beobachten zu können; sie alle starben nach und nach;
• 1940 wurden 400 Gefangene in Chicago mit Malaria infiziert, um die Effekte neuer und experimenteller Medikamente zu studieren;
• von 1942-45 benutzte die US-Marine Menschen (in Kammern eingesperrt), um Gasmasken und entsprechende Kleidung zu testen;
• seit 1940 wurden Menschenexperimente mit Strahlung durchgeführt, um die Auswirkungen zu testen und herauszufinden, welche Menge tödlich ist; unfreiwillig wurden Staatsbürger in Gefängnissen, Krankenhäusern, Waisenheimen und psychiatrischen Anstalten benutzt, einschließlich Frauen, Kinder und Ungeborene aller Rassen, meist Leute aus niedrigen Gesellschaftsklassen; außerdem wurden 200 000 US-Soldaten den überirdischen Atomtests ausgesetzt; viele wurden später krank und starben;
• 1945 hat die US Atomic Energy Commission (AEC) das ”Programm F” umgesetzt, die umfangreichste amerikanische Studie über die Effekte auf die Gesundheit von Fluoriden – eine Schlüsselkomponente bei der Atombombenproduktion, die zu den allergiftigsten bekannten Chemikalien gehören; sie verursachen äußerst schädliche Auswirkungen auf das zentrale Nervensystem; im Interesse der nationalen Sicherheit wurden die Informationen unterdrückt;
• 1945 wurden Patienten eines Vertebralarterien-Krankenhauses (VA) Versuchskaninchen für medizinische Experimente;
• 1947 gab Oberst E.E. Kirkpatrick von der Atomenergiekommission das geheime Dokument 07075001 heraus, in dem es hieß, daß die Behörde damit beginnen werde, menschlichen Subjekten intravenös Dosen radioaktiver Substanzen zu verabreichen;
• 1949 setzte die US-Armee in US-Städten biologische Agenzien frei, um die Effekte eines wirklichen bakteriologischen Angriffs zu studieren; die Tests wurden heimlich bis mindestens in die 60-er Jahre weitergeführt in San Francisco, New York, Washington DC, Panama City und Key West in FLorida, Minnesota und anderen Orten im mittleren Westen , entlang der Schnellstraße durch Pennsylvania und anderswo;
• 1950 begann das Vereidigungsministerium mit dem Test von Atomwaffen unter freiem Himmel in Wüstengebieten, und beobachteten dann die Bewohner in der Windrichtung auf medizinische Probleme und Todesraten;
• 1951 wurden Afro-Amerikaner potentiell tödlichen Stimulantien ausgesetzt bei einem rassenspezifischen Test von Pilzwaffen in Virginia;
• 1953 setzte das Verteidigungsministerium über Winnipeg, Kanada, St. Louis, Minneapolis, Fort Wayne, dem Tal des Monocacy Flusses in Maryland und Leesburg in Virginia Zink-Kadmium-Sulfid-Gase frei, um festzustellen, wie effizient chemische Stoffe verbreitet werden können;
• 1953 wurden in New York und San Francisco gemeinsame Armee-Marine-CIA- Experimente durchgeführt, bei denen zehntausende Menschen den luftübertragenen Stoffen Serratia marcescens und Bacillus glogigii ausgesetzt wurden;
• 1955 setzte die CIA von der Armee-Basis Tampa in Florida Bakterien aus dem biologischen Kriegsarsenal frei, um deren Fähigkeit zu testen, menschliche Populationen zu infizieren;
• 1956 lies das US-Militär mit Gelbfieber infizierte Mosquitos über Savannah in Georgia und Avon Park in Florida frei, um die Gesundheitseffekte auf Menschen zu testen;
• 1965 wurden im Homesburg Staatsgefängnis (Philadelphia) Gefangene Dioxin ausgesetzt, dem äußerst giftigen Agent Orange Wirkstoff, um die krebserregenden Effekte zu studieren;
• 1966 wurde das New Yorker U-Bahn-System für ein bakteriologisches Kriegsexperiment benutzt;
• 1969 tötete ein offenbarer Nervenwirkstoff tausende Schafe in Utah;
• 1970 berichtete die Military Review, daß die Entwicklung von ”ethnischen Waffen” intensiviert wurde, um in der Lage zu sein, bestimmte ethnische Gruppen ins Visier zu nehmen, die man für empfänglich für genetische Abweichungen und DNA-Variationen hielte;
• 1976 wurden die Amerikaner schon einmal vor einer Schweinegrippe gewarnt und jedermann wurde aufgerufen, sich impfen zu lassen; Millionen gehorchten und viele erlitten Schäden; es gab 500 Fälle des Guillan-Barre Sundromes (GBS – eine tödliche Nervenerkrankung); Menschen starben an Atemversagen in Folge von schweren Lähmungen, und Experten sagten, daß der Impfstoff das GBS-Risiko um das achtfache erhöht habe;
• 1985 und 1986 wurden über bevölkerten Gebieten biologische Wirklstoffe freigesetzt;
• 1990 wurden über 1500 sechs Monate alten schwarzen und lateinamerikanischen Babies in Los Angeles experimentelle Masernimpfstoffe verabreicht, und den Eltern wurden keine Informationen über potentielle Schäden gegeben;
• 1990 und 1991, vor dem Einsatz im Persischen Golf, wurden alle US-Truppen  mit  experimentellen Anthrax- und Botulium toxoiden Schutzstoffen geimpft, obwohl es Bedenken gab wegen ihrer schädlichen Langzeitwirkungen; über 12000 Menschen starben und über 30% wurden krank durch nicht-kriegs-bezogene Faktoren, was späterhin als Golf-Kriegs-Syndrom bezeichnet wurde, aber Ergebnis der Einwirkung von einer Reihe von Toxinen war;
• 1994 veröffentlichte Senator Jay Rockefeller einen Bericht mit der Enthüllung, daß in den mehr als 50 vergangenen Jahren das Verteidigungsministerium hunderttausende Soldaten versuchsweise gefährlichen Substanzen ausgesetzt habe; darunter Senf- und Nervengas, ionisierte Strahlung, Psycho-Chemikalien und andere Drogen;
• 1995 entdeckte Dr. Garth Nicolson, daß toxische Stoffe, die im Golfkrieg angewendet wurden, zuvor in Texas von der Strafvollzugsbehörde an Gefangenen getestet wurden;
• 1996 gab das Veteidigungsministerium zu, daß die Golfkriegstruppen chemischen Wirkstoffen ausgesetzt worden waren; und
• 2009 wurden wieder Versuchsschutzstoffe verwendet, um weltweit Menschen zu impfen als Folge einer weiteren künstlich stimulierten Schweinegrippe-Gefahr; verstreut gab es Berichte von Krankheiten und Todesfällen.

DAS  MK-ULTRA-OPFER MARYAM RUHULLAH

Der Unterzeichnete wird Ruhullah und Dr. James Randall Noblitt, Psychologe in der Nachrichtenstunde von The Progressive Radio (vom Progressive Radio Network) am 18. Februar 2010 interviewen, um MK-ULTRA zu diskutieren, die Erfahrungen von Ruhullah und Noblitts Arbeit mit Überlebenden dieses extremen Mißbrauchs und mit Personen, die Identitätsdissoziationen haben. Noblitt ist Professor an der California School of Professional Psychology und Vorsitzender der International Society of Trauma and Dissociation Ritual Abuse/ Mind Control Interest Group (Gesellschaft für Trauma, Dissoziation, rituellen Mißbrauch/Bewußtseinskontrolle).

Das Programm wird archiviert, um es später hören zu können.

Als Opfer von MK-ULTRA  wurde das Gedächtnis von Ruhullah beschädigt, und ist es immer noch in gewisser Weise  auf Grund ihrer Erfahrungen. Sie erklärt das Ganze wie folgt:
Zu Beginn von 1970 lebte sie in Boston/Massachusetts, verheiratet und mit einem sechs Jahre alten Sohn; sie arbeitete als Rechtsanwältin für eine angesehene Firma, deren Name ihr nicht mehr einfällt. ”Eines Tages kamen zwei Bundesbeamte unangemeldet zu (mir) nachhause,” und baten sie, als Zeuge gegen eine angebliche Figur des organisierten Verbrechens aufzutreten. Sie erklrärten, daß sie zu ihrer eigenen Sicherheit in Schutzhaft genommen würde, die nicht sechs Monate überschreiten würde. Man verlangte, daß sie umgehend ihre Familie und ihren Job verlassen müsse, und sie nichts ihrem Mann und Arbeitgeber sagen dürfe.

Sie ”wurde gezwungen, (ihr) Heim mit den Beamten noch am selben Tag zu verlassen”. Sie hatte keine Wahl und ”wurde eher wie eine Gefangene denn eine Zeugin” behandelt. Sie durfte nicht das Telefon benutzen oder mit irgendjemandem sprechen, wurde häufig verlegt und wurde ”an primitiven Orten” festgehalten, wo ihr Leben ”zu einer Abfolge von Mißbrauch und Ausnutzung wurde”.

”Bis zum heutigen Tage”, sagt sie, wüßte sie nicht genau, ”wann und warum die Regierung beschloß”, sie für MK-ULTRA-Experimente zu benutzen, ”aber an einem Tag war (sie) eine Mutter, Ehefrau und Anwältin, und am nächsten Tag hatte sie keine Erinnerung mehr an (ihre) Vergangenheit”.

Nachdem sie teilweise wiederhergestellt ist, erinnert sie sich, ”daß ihr medizinisch nicht notwendige Elektroschocks gegeben wurden. Es wurde getan, um eine Amnesie hervorzurufen und ihre Kern-Persönlichkeit (zu blockieren) und sie mit einer anderen mit lediglich notwendiger Information zu ersetzen”.
Sie erinnert sich, ”daß die Schockbehandlung so stark und häufig war, daß eines Tages etwas geschah und” sie nicht in ihr Zimmer zurückgebracht wurde. Sie spricht jetzt von ”einer unglaublich langen Liste von schrecklicher Ausnutzung und unmenschlichen Mißbräuchen”, die ihr angetan wurden.

In den späten 80-er Jahren kehrte ihre Erinnerung teilweise zurück. Sie suchte Informationen zu ihrem Fall durch FOIA-Anforderungen, erhielt aber die Antwort, daß keine Unterlagen gefunden werden konnten. Von 1992 – 1996 half ihr niemand, bis ein Mitglied von B'nai Brith, Stephanie Suleiman, ihr anbot, ihr zu helfen, aber ein paar Wochen brauche, um eine andere Arbeit erst abzuschließen.

Als Ruhullah sie wieder kontaktierte, erfuhr sie, daß ”diese 32 Jahre alte Mutter zweier Kinder an einem Herzinfarkt gestorben sei”, sehr verdächtig angesichts ihres Alters.

Ruhullah sagt auch, daß die Bundesbeamten aufhörten, mit ihr zu reden. Ihre Erfahrungen waren ”völlig beseitigt aus den öffentlichen Registern”, und sie wurde von einer vermißten Person zu einer ausgelöschten Person”. Sie ist jetzt geschieden und nicht in der Lage, ihre Kinder und ehemaligen Freunde zu kontaktieren. ”Die US-Regierung will nicht, daß die Geschichte herauskommt.”

Sie fügt hinzu, daß die ”einzige Methode, die Zeit ihrer Einsperrung zu messen, das Alter ihres Sohnes (sei). (Er) war sechs Jahre alt, als die Beamten ihr Haus betraten, und jetzt ist er Ende 30”. Sie sieht sich als jemand, der für immer von ihrem Kind, den Enkelkindern, der Familie, den Freunden, ihrem Besitz, Erinnerungen und Berufserfahrungen getrennt wurde.

Für sie ist jeder Tag ”eine Erfahrung, gegen ihren Willen festgehalten zu werden und in einem Faß bürokratischer Arroganz zu leben, die sich weigert anzuerkennen, was ihr angetan wurde, was noch verschlimmert wurde, sie daran zu hindern, (ihr) Leben zurückzugewinnen”. Jeden Tag , werde sie ”mehr verletzt und werde ihr mehr von (ihrem) Leben gestohlen”.

Sie sagt, sie ”sei nicht aus der Haft entlassen”. Nachdem sie für medizinische Versuche benutzt worden sei, wurde ihr ”eine falsche Identität eingepflanzt, und dann wurde sie ohne Geld und ohne einen Beweis (ihrer) wirklichen Identität oder Abstammung zurückgelassen”. Sie betrachtet sich immer noch als Gefangene, einen Körper ohne persona, mit wenig Kenntnis ihres früheren Daseins, beraubt von allem, was ihr wichtig im Leben gewesen war.


MK-ULTRA und Ruhullahs Story werden am 18. Februar um 10 Uhr live im Progressive Radio News Hour gesendet. Hören sie live oder später über das Archiv.


Quelle: Meet Maryam Ruhullah:A Victim Of MK-ULTRA

Originalartikel veröffentlicht am 16.2.2010

Über den Autor

Einar Schlereth ist ein Mitglied von Tlaxcala, dem internationalen Übersetzernetzwerk für sprachliche Vielfalt. Diese Übersetzung kann frei verwendet werden unter der Bedingung, daß der Text nicht verändert wird und daß sowohl der Autor, der Übersetzer, der Prüfer als auch die Quelle genannt werden.

URL dieses Artikels auf Tlaxcala:
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IMPERIUM: 03/03/2010

 
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