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23/01/2021
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Dreißig Silberlinge- Die Rosa-Luxemburg-Stiftung und die Absage an Finkelstein


AUTOR:  Thomas Immanuel STEINBERG ÊæãÇÓ ÇãÇäæÆá ÔÊÇíä ÈѐÑ


Kaum hatte ich gelesen, daß selbst die Rosa-Luxemburg-Stiftung Finkelstein nicht hören mag, da schrieb mir mein Bruder im Geiste, auch er vom Stamme Levi oder so, ganz lapidar:

Die Zionisten werden es schätzen. Die Rosa-Luxemburg-Stiftung  kann sich an den dreißig Silberlingen ergötzen.

(Für den, der den Religionsunterrricht verschlafen hat: Dreißig Silberlinge waren der Judaslohn für den Verrat des Menschensohnes an die Hohenpriester.) 

Gleich fiel mir die Gräfin ein, Madame la Comtesse de Menou. Damals, 1960, war die Schloßherrin  von Jeu-Maloches im Département Indre etwa 70 Jahre alt und ihr Schloß noch viel älter. Sie kann nicht viel Bares gehabt haben, denn außer mir gab es da noch einen österreichischen Jungen und zehn deutsche Mädchen als zahlende Feriengäste. Die eine war die Tochter des Generaldirektors von Iduna – Germania –  Leben, die vom Chauffeur in einem Mercedes 300 gebracht und vom Papa im 300 SL wieder abgeholt wurde. Fantastisch. Zwei andere hatten den Bremer Polizeipräsidenten von Bock und Pollach zum Vater, waren aber längst nicht so interessant.

Ich erzähle das überhaupt nicht, um anzugeben, sondern damit klar wird: Die Geschichte ist wahr, und Personen, die das bezeugen können, sind notfalls zur Hand.

Die Gräfin war Monarchistin. Sie haßte die Französische Revolution und alles, was danach kam. Da verfielen die Mädchen darauf, mir meine Haare in Kringelform auf die Stirn zu pappen, und ich ging, die rechte Hand unter die Knopfleiste meiner Jacke gesteckt, zum Mittagessen. Die Gräfin erschrak ganz fürchterlich ob des Wiedergängers ihrer Albträume, und ich mußte mir draußen die Haare ordentlich kämmen, sonst hätte ich nicht mitessen dürfen. 

Unser Verhältnis war also etwas angespannt, und als wir ein paar Tage später einen Ausflug in ihrer Citroën 11 CV Familiale machten, brachte sie das Gespräch auf die Juden. Sie meinte, die Juden hätten unsern Herrn Jesus umgebracht. Ich fand das nicht und verwies auf die Besatzer, die Römer. Ja, meinte sie, aber die Juden hätten geschrien: Kreuziget ihn, kreuziget ihn! Ich war gut in Religion und machte sie auf die Jünger aufmerksam, die Jesus die Stange gehalten hätten. Darauf sie, und deshalb heute die Erinnerung an die Geschichte: Aber Judas, dieser Oberjude, der hat Jesus für dreißig Silberlinge an die Hohepriester verraten! Und darauf ich: Und was ist mit Jesus, diesem Oberoberjuden!

Das war zuviel. Ich flog raus, und den Rest des Sommers verbrachte ich mit lauter französischen Jungen in einem herrlichen Ferienlager am Lac d’Annecy –  wo mich dann allerdings ein großer starker Rüpel aus Clermont-Ferrand als „espèce d’Hitlérien“ titulierte, „du Hitlerjunge, du“. Ich bin deshalb nie in Clermont-Ferrand gewesen, was vielleicht ein Fehler ist.

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung also hat jetzt die dreißig Silberlinge im Beutel, doch beim Abendmahl wird Finkelstein sagen: Des Menschen Sohn geht zwar dahin, wie von ihm geschrieben steht; doch weh der Stiftung, durch welche des Menschen Sohn verraten wird! Es wäre ihr besser, daß sie nie gestiftet wäre. Da wird die Stiftung, die den Finkelstein verraten hat, antworten und sprechen: Bin ich's, Rabbi? Finkelstein wird zu ihr sprechen: Du sagst es.

Die Stiftung aber wird sich nicht an den Silberlingen ergötzen, denn es steht geschrieben: 

Da das sehen wird die Stiftung, die ihn verraten hat, daß Finkelstein geladen ist zum Vortrag an schönerem Orte, wird es die Stiftung gereuen, und wird wieder bringen die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und den Ältesten und sprechen: Ich habe übel getan, daß ich unschuldig Blut verraten habe. Sie werden sprechen: Was geht uns das an? Da siehe du zu! Und die Stiftung wird werfen die Silberlinge in den Tempel, sich davon heben, hingehen und sich selbst erhängen.



Quelle: Der Autor

Originalartikel veröffentlicht am 18.2.2010

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IM BAUCH DES WALFISCHES: 08/03/2010

 
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